Geschichte & Elsa Brändström

Geschichte unseres Schulhauses

Das Haus in der Brandström-Straße 5 hat eine sehr bewegte Geschichte.

Im Jahre 1939 wurde unter Bürgermeister Mag. Wolfgang Mitterdorfer mit dem Bau begonnen. Bereits im November konnte die Oberschule einziehen.

Während des 2. Weltkrieges war ein Lazarett hier untergebracht.

In den Jahren 1945 bis 1955 beherbergte das Haus russische Soldaten.

1955/56 bezog das Gymnasium Amstetten dieses Haus. Bald war das Gebäude zu klein, sodass eine neue Schule in der Anzengruberstraße errichtet wurde. 1966 war es bezugsfertig.

1966/67 fanden der Polytechnische Lehrgang und zwei Klassen der Sonderschule hier eine provisorische Unterkunft.

Anschließend waren einige Klassen der Volksschule Preinsbacherstraße im Haus Brandströmstraße 5 untergebracht. (Höchststand im Schuljahr 1970/71 – 12 Klassen)

Von 1971 bis Februar 1985 wurden die Schüler der Handelsakademie und Handelsschule hier unterrichtet.

1985 begann die Stadtgemeinde Amstetten mit der Renovierung und Neugestaltung des Schulgebäudes in der Elsa-Brandström-Straße 5.

Elsa Brändström

Elsa Brändström wurde am 26. März 1888 als Tochter von Edvard Brändström und Anna Eschelsson in St. Petersburg (Russland) geboren. Nach bestandenem Examen im Jahre 1908 ging sie nach St. Petersburg.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ließ sich die 26-jährige Brändström zur Krankenschwester ausbilden und meldete sich als freiwillige Krankenpflegerin in einem der St. Petersburger Soldatenhospitzler.

Dort pflegte sie russische Soldaten und deutsche verletzte Kriegsgefangene. Als sie sah, dass diese auf ihrem Transport in Eisenbahnwagons nach Sibirien schutzlos Seuchen, Hunger und Kälte ausgesetzt waren, wollte sie ihnen helfen.

Durch ihre Hilfsmaßnahmen erhielt sie den Beinamen „Engel von Sibirien“.

Im Juli 1920 kehrte Brändström nach Schweden zurück, wo sie ihr Engagement für die Kriegsgefangenen fortsetzte.

Ihre Erlebnisse in Sibirien schilderte Elsa Brändström in dem Buch „Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914-1920“.

Im November 1929 heiratete sie Dr. Robert Ulich, Ministerialrat und Professor für Pädagogik an der Hochschule in Dresden. Am 3. Januar 1932 brachte sie ihre Tochter Brita zur Welt.

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, versuchte das Regime vergeblich, Brändström für seine Ziele zu vereinnahmen. Im Januar 1934 wanderte sie schließlich mit ihrer Familie in die USA aus. Dort beteiligte Elsa sich an Hilfsaktivitäten für andere Flüchtlinge aus Deutschland.

Als der Krieg sich dem Ende näherte, bereitete sie ich darauf vor, dem deutschen Volk, insbesondere in Not geratenen Kindern,  zu helfen. Im Februar 1945 reiste sie nach Schweden, um weitere Hilfe zu organisieren.

Am 4. März 1948 starb Elsa Brändström in Cambridge (Massachusetts/USA) an Knochenkrebs.

Schul- und Straßenname

Aufgrund ihres Einsatzes für Kriegsgefangene gilt Elsa Brändström als Schutzpatronin der Soldaten. Da das Schulgebäude der Volksschule nach dem 2. Weltkrieg viele russische Soldaten beherbergte, benannten einige dieser Soldaten diese Straße aus Dankbarkeit nach dieser großherzigen Helferin.